Energieeffizientes Heizen ohne Staub

Passendes Wohlfühlklima bei mister*lady

Der deutsche Modehändler setzt auf energieeffizientes Heizen ohne Staub und Zugluft

LK Metall installierte im Rahmen eines Neubaus einer Logistikhalle des deutschen Modehändlers mister*lady in Schwabach eine innovative Heizungs- und Belüftungsanlage. Eine Investition, die sich bereits vielfältig bewährt habe, betont mister*lady-Geschäftsführer, Rudolf Kempter.

Zum Hintergrund: Die mister*lady GmbH hatte im Jahr 2014 entschieden, den Firmensitz von Nürnberg nach Schwabach zu verlagern. In Folge entstand die neue Zentralverwaltung mit 6.000 m² Fläche und die Logistik mit 9.000 m². Der Bau von zwei Logistikhallen mit einer Fläche von je 4500m², mit je 10 Toren pro Halle, bei knapp 7,50 Raumhöhe und mit einem Raumvolumen von circa 75.000 m³ musste geplant und umgesetzt werden. Insbesondere deren klimafreundliche Beheizung und Belüftung stellte eine Herausforderung dar. Geschäftsführer Kempter stand damals vor der Qual der Wahl. „Architekt, Generalunternehmer und andere Berater empfahlen unterschiedliche Lösungen“, erinnert er sich, „daher ist es bei Neubauten wichtig, genau zu eruieren, welche Anforderungen zu erfüllen sind.“ Zu berücksichtigen waren natürlich die Lageraktivitäten: Die rund 22 mister*lady Mitarbeiter bewegten im Einschichtbetrieb circa 15 Mio Teile in rund einer Million Verpackungen pro Jahr. An den 10 Verladestationen spielten sich rund 3600 An- und Abfahrten ab.

Da in den Produktionshallen die eigenen Mitarbeiter beschäftigt sind, liegt Kempter besonders deren Wohlbefinden am Herzen: „Wichtig war eine moderne und energieeffiziente Lösung. Um ein gutes Raumklima für unsere Leute zu erzielen, muss die Temperaturverteilung gleichmäßig sowie staub- und zugfrei erfolgen. Ganz bewusst hat sich Kempter beispielsweise damals gegen auf den ersten Blick günstiger erscheinende Gasdunkelstrahler entschieden.

Nach Besichtigung der Örtlichkeiten und Kalkulation des Projekts erhielt schließlich das auf Hallenheizungen spezialisierte Unternehmen LK Metall aus Schwabach den Zuschlag. Die Techniker installierten pro Halle zwei LK Warmlufterzeuger Typ RBW 125,

inklusive eines modulierenden Weishaupt Gasgebläse-Brenners. Der Heizleistungsbereich reicht von 35 bis 125 kW.

Technischer Aufbau der Warmlufterzeuger
Zur Technik der Anlage: Die unter der Decke installierten Warmlufterzeuger saugen die aus der Halle aufsteigende Abwärme – wie etwa die durch Beleuchtung oder Sonneneinstrahlung entstehende Wärme – und filtern diese. Zusätzlich kann frische Außenluft angesaugt werden. Die Luft wird an einer Edelstahl-Brennkammer vorbeigeführt, um diese auf die gewünschte Raumtemperatur zu bringen. Im Inneren der links und rechts angeordneten Wärmeaustauschrohre wird eine turbulente Strömung der Abgase erzeugt und dadurch ein optimierter Wärmeaustausch gewährleistet. Spezielle Luftauslässe und Rückluft-Deckenventilatoren verteilen den Luftstrom zugfrei in der Halle. Die Regelung der Warmluftverteilung geschieht automatisch mittels PI-Differenztemperaturregelung über Messsensoren im Arbeitsbereich und an der Decke.

Intelligente Steuerung der Anlage
Der Energiecontroller EC 5000 regelt die Temperatur der Anlage intelligent und auf die Wünsche von mister*lady angepasst: Die Halle wird exakt nach Bedarf erwärmt. Die gewünschte Raumtemperatur ist frei programmierbar. Ein weiterer Pluspunkt: Die energieeffiziente Anlage übererfüllt die Anforderung der Energieeinsparverordnung (EnEV) bei weitem. Nach einer nur einwöchigen Montagezeit konnte mister*lady die Anlagen dann im September 2015 in Betrieb nehmen.

Kosten im Blick
Im Rückblick, nach einer ersten Winterheizsaison, haben sich die Erwartungen des Geschäftsführers erfüllt: „Die Mitarbeiter sind zufrieden. Die Luftschichtung ist wie versprochen super. Die Luft verteilt sich gleichmäßig. Es entstehen keine kalten oder warmen Ecken, von Zugluft keine Spur.“ Überzeugend ist zudem der Energieverbrauch: „Im November 2015 benötigten wir an normalen Arbeitstagen im Durchschnitt 320 m³ Gas, was einem Kostenaufwand von ca. 80 € entspricht“, sagt Rudolf Kempter und ergänzt: „Die Investitionskosten bewegten sich im Rahmen einer qualitativ guten Heizung mit Gasdunkelstrahlern, mit der Vorgabe einer flächig konstanten Temperatur.“

Gerade in der Übergangszeit kommt die Anlage ganz ohne Hinzuschalten des Brenners aus. Dann reicht bereits die angestaute Wärme unter dem Hallendach. Die Rückluftdeckenventilatoren verteilen diese dann wieder gleichmäßig dorthin, wo sie gebraucht wird. Prima Klima soll auch im Sommer bei mister*lady herrschen. Hier spielen die gute Hallenisolierung und die Belüftungsanlage die tragende Rolle. Nachts saugt die Anlage die kalte Außenluft an und hat bis zum morgendlichen Schichtbeginn bereits für angenehme kühle Temperaturen in der Logistikhalle gesorgt. Eine Extra-Klimatisierung wird so überflüssig.

Studie gibt gute Noten
Energieeffizienz, eine gute Temperierung, kurze Reaktionszeiten und ein behagliches Temperaturniveau bestätigt den LK Warmlufterzeugern RBW auch eine Langzeitstudie von 2013 bis 2015 des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (iTG). Gegenstand der Untersuchung war eine Produktionshalle der Witron Logistik+Informatik GmbH. Bezogen auf den Heizwert besitzt der RBW einen hohen Anlagenwirkungsgrad von bis zu 106 Prozent.

Vorteil: weniger Flächenverbrauch bei Erweiterung der Halle
Einen weiteren Pluspunkt wird die Anlage erst in der Zukunft ausspielen. Rudolf Kempter hat noch weitere Pläne für den Ausbau der Halle. Er möchte für die Administration ein Gitter-Zwischengeschoss in mittlerer Hallenhöhe einziehen. Dank intelligenter Luftverteilung des RBW 125 kein Problem. „Mit unserer Heizungslösung bekommen auch die Mitarbeiter im Erdgeschoss noch warme Füße. Zudem muss kein Mindestabstand, wie es bei den Heizstrahlern vorgeschrieben ist, eingehalten werden. Der Flächenverbrauch wäre bei vermutlich bis zu 70 benötigten Strahlern im Logistikbereich enorm gewesen“, lautet sein Fazit. 

Das neue Bürogebäude der mister*lady GmbH in Schwabach (Bildquelle: LK Metall)