Ölabscheider in der Härterei

Notwendigkeit, Einsatzbereiche und Praxislösungen

In der Metallverarbeitung, insbesondere in der Härterei, entstehen aus vielfältigen Prozessschritten wasserbelastende Stoffe wie Öl, Schmiermittel, Abriebpartikel und sonstige organische Verunreinigungen. Ohne eine vorherige Behandlung können diese Belastungen zu erheblichen Problemen in der Abwasserableitung, zu gesetzlichen Verstößen und zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch führen. Der gezielte Einsatz von Ölabscheidern ist daher ein zentraler Baustein einer effizienten, rechtssicheren und nachhaltigen Abwasser- und Prozesswasserbehandlung.

In Härtereien werden metallische Werkstoffe thermisch behandelt, abgeschreckt und häufig nachbearbeitet. Typische wasserbelastende Prozesse sind:

  • Kühlmittel- und Ölablagerungen aus Abschreck- und Kühlwässern
  • Emulsionen und Schmierölreste aus Reinigungsprozessen
  • Abriebpartikel und Schlämme aus Oberflächenbehandlungen

Die entstehenden Abwässer enthalten u. a.:

  • freie und gebundene Öle, Fette und Schmierstoffe
  • Feinpartikel, Metalloxide und Feststoffe
  • Chemische Zusätze aus Reinigungs- oder Entfettungsprozessen

Diese Belastungen stellen signifikante Herausforderungen für kommunale Kläranlagen dar und können die Einleitgrenzwerte überschreiten.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Nach der Abwasserverordnung (AbwV) und den jeweiligen kommunalen Satzungen müssen Betriebe sicherstellen, dass abgeleitete Abwässer:

  • die festgelegten Grenzwerte für Schadstoffe (z. B. Ölgehalt) einhalten
  • keine Schäden in der Kanalisation oder in Kläranlagen verursachen
  • lokal zulässige Grenzwerte nicht überschreiten
  • Ölkonzentrationen < 5–10 mg/l (je nach regionaler Vorgabe)
  • Regelmäßige Überwachung und Dokumentation

Ohne gezielte Vorbehandlung, z. B. durch Ölabscheider, sind diese Anforderungen kaum dauerhaft sicher einzuhalten. Ölabscheider trennen hydrophobe Flüssigkeiten (Öle) aus wässrigen Abwässern durch:

  • Dichteunterschiede zwischen Öl und Wasser
  • Absetzen/Abschöpfen der Ölphase
  • ggf. Schwerkraftabscheidung und Filtration

Sie wirken unabhängig von chemischen Zusätzen und reduzieren Ölkonzentrationen deutlich unter die geforderten Grenzwerte.

 

Vergleich: Ultrafiltration im Kontext anderer Membranverfahren

Typ Einsatzgebiet Vorteile
Schwerflüssigkeits-Abscheider
(Sedimentationseinrichtungen)
Vorbehandlung von Prozess-Abwasser Hohe Trennleistung
Leichtflüssigkeitsabscheider
(Ölabscheider)
Ableitung in Kanalisation / Kläranlage Wirtschaftlich & normgerecht
Kombinierte Systeme mit Filtern Hohe Anforderungen an Feinreinigung, Prozesswässer im Kreislauf Verbessert Feinpartikel- und Ölrückhalt

 

Leichtflüssigkeitsabscheider (Ölabscheider)

Leichtflüssigkeitsabscheider (Ölabscheider)

Kombinierte Systeme mit Filtern

Kombinierte Systeme mit Filtern

LK-Aquafil Filtration

LK-Aquafil Filtration

Vorteile des Einsatzes von Ölabscheidern in Härtereien

Umwelt- und Ressourcenschutz

  • Vermeidung von Öl- und Schadstoffeinträgen in Gewässer
  • Schonung der kommunalen Kläranlagen
  • Reduzierte Belastung von Boden und Grundwasser

Wirtschaftliche Effekte

  • Reduzierte Abwassergebühren durch geringere Schadstofflast
  • Weniger Betriebsstörungen und Reinigungsaufwand
  • Langfristige Reduktion von Entsorgungskosten

Praktische Vorteile bei bestehenden Anlagen

  • Oberirdische Ölabscheider lassen sich:
    • kostengünstig installieren
    • problemlos in bestehende Prozessstränge integrieren
    • ohne aufwendige Bauarbeiten in Betrieb nehmen
  • Sie bieten hohe Verfügbarkeit bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten.

Best Practice: Anwendungen bei der Firma LK Metallwaren GmbH

Die LK Metallwaren GmbH (siehe www.LK-metall.de) betreibt verschiedene Anlagen in moderne Härtereiprozessen mit hochbelasteten Prozess‐ und Abwässern.

  • Integration von oberirdischen Abscheidern direkt an Prozesswassersträngen
  • Kombination mit Feinfiltern zur weiteren Reduktion von Partikeln
  • Regelmäßige Wartung und Kontrolle zur Sicherstellung nachhaltiger Trennwirkung

Durch diese Maßnahmen werden:

  • gesetzliche Einleitgrenzwerte zuverlässig eingehalten
  • Betriebswasser mehrfach wiederverwendet
  • und Entsorgungskosten minimiert

 

Fazit und Handlungsempfehlungen

Für Härtereien und metallverarbeitende Betriebe gilt:
✅ Ölabscheider sind unverzichtbar für die Aufbereitung von Prozess- und Abwasser.
✅ Oberirdische Systeme bieten eine wirtschaftliche und schnell realisierbare Lösung – auch für Bestandsanlagen.
✅ Durch gezielten Einsatz lassen sich gesetzliche Anforderungen, Betriebskosten und Umweltbelastungen gleichzeitig optimieren.

  1. Analyse der Abwasserströme zur Ermittlung von Belastungsspitzen
  2. Auswahl geeigneter Ölabscheider nach DIN-Normen mit Unterstützung durch Fachbetrieb
  3. Integration in den bestehenden Prozessfluss mit minimalem Eingriff
  4. Regelmäßige Wartung und Leistungskontrolle

 

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